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Blogeintrag 13 – Tonequipment Review

Ton macht 50% des Films aus, manchmal sogar mehr.

In diesem Review stellen wir unser Tonequipment vor. Das besteht hauptsächlich aus dem Mikrofon (Rode NTG4+), der Tonangel (Rode Boompole), dem Windschutz (Rode Blimp) und dem Aufnahmegerät (Zoom H5).

In einem unserer letzten Blogeinträge kündigten wir bereits an, dass wir in Zukunft neue Videoformate ausprobieren wollen. Heute fangen wir damit an.

Wer sich das Review anschauen will, sollte jetzt hier klicken: https://youtu.be/8SqSLfDLR7Q
Wer das Ton-Review lieber in Ruhe nachlesen möchte, kann hier weiterlesen.

 

Fangen wir mit dem Mikrofon an. Das NTG4+ ist ein Richtrohr-Kondensator Mikrofon. Kurzgesagt ein Richtmikrofon, d.h. es nimmt nur den Ton von vorne auf. Ton, der von den Seiten in das Mikrofon kommt, wir zurückgewiesen und dadurch werden Umgebungsgeräusche nur sehr leise und im besten Fall gar nicht aufgenommen. Das ist am besten für Stimmaufnahmen und Sound Design geeignet, aber nicht besonders gut für Atmosphärenaufnahmen. Bei Dialogaufnahmen ist es dann am Besten, das Mikrofon von oben (oder unten) zu positionieren, da es am Boden meist keine Geräusche gibt. Denn bei direkter Positionierung zur Geräuschquelle werden oft auch noch Geräusche von dahinter aufgezeichnet.

Am Mikrofon gibt es noch drei Tasten, die Funktionen aktivieren. Zum einen gibt es High-Frequenzy-Boost. Dadurch werden die Höhen um 6dB verstärkt, was besonders nützlich beim Anbringen eines Windschutzes ist. Denn bei einem Windschutz gehen gewisse Frequenzen verloren, was zu einem dumpfen Ton führen kann. Um das zu verhindern gibt es den High-Frequenzy-Boost. Das Zweite ist der Hochpassfilter. Er filtert alles unter 75Hz heraus, wodurch leise Hintergrundgeräusche (wie Verkehrs- oder Heizungsgeräusche) unterdrückt werden können. Die Stimmen werden dabei keines Falls beeinflusst. Das Letzte ist ein Herabsenken des Eingangspegels um 10dB, geeignet für laute Umgebungen.

Das + im Namen des NTG4+ steht für einen integrierten Akku. Dieser hält über 150 Stunden Laufzeit und der Akku kann ganz leicht in nur zwei Stunden mit einem Mini-USB-Kabel aufgeladen werden. Mit dem Akku kann man dann auf Phantomspeisung verzichten, bzw. ist nicht immer abhängig davon.

Ebenfalls sehr wichtig ist das Blimp. Das ist ein Windschutz für das Mikrofon, welches es gegen Windgeräusche abschirmt. Im Blimp hat das Mikrofon einen Spielraum und ist gefedert, sodass es nie an harte Materialen anstößt, was den Ton unbrauchbar machen würde. Dadurch werden Bewegungen vom Tonmann unterdrückt. Für besonders starken Wind gibt es den “Wuschel” (so nennen wir ihn zumindest). Das ist wie ein Kissenüberzug für das Blimp, das starke Windgeräusche absorbiert. Bei Verwendung des Blimps sollte immer der High-Frequenzy-Boost aktiviert werden.

Da es oft unmöglich ist, direkt an der Geräuschquelle zu sein, ohne im Bild zu stehen, gibt es die Tonangel. Wir benutzen die Rode Boompole 3m. Diese kann bis zu drei Meter ausgefahren werden, um über der Quelle positioniert zu werden. Nützlich bei dieser Tonangel von Rode ist, dass ein Kabel durch die Tonangel durchgeführt werden kann. Bei einem XLR-Kabel allerdings wird es dann am Schraubkopf etwas eng. Deshalb haben wir hier etwas Material wegschleifen müssen.

Für hervorragenden Ton ist nun gesorgt. Dieser muss allerdings auch aufgezeichnet werden. Dafür benutzen wir das Zoom H5. Es verfügt über zwei integrierte Mikrofone, die allerdings auch austauschbar sind und zwei XLR Eingänge, die mit einem Mikrofon wie dem NTG4+ verbunden werden können. Die Eingangspegel werden dann an Drehrädchen am Aufnahmegerät eingestellt. Seitlich des Mikrofons befindet sich ein Line-out, ein Kopfhöreranschluss, die Lautstärkeregler für den Kopfhöreranschluss, einen USB Anschluss für Stromversorgung (bei z.B. langen Interviews), sowie einen An- und Ausschalter mit einer Hold-Funktion, bei der alle Tasten nicht mehr funktionieren. Auf der anderen Seite gibt es einen Remote-Anschluss, die Menü-Taste und einen Regler zum Navigieren.

Im Menü gibt es jede Menge einzustellen. Hier nur kurz die Basics: Unter REC FORMAT ist das Aufnahmeformat auszuwählen, wobei hier zwischen WAV und MP3 gewählt werden kann. In WAV kann bis maximal 96kHz bei 24bit aufgenommen werden. Wir allerdings nehmen meist bei 48kHz und 24bit auf, da man darüber diskutieren könnten, ob es dabei überhaupt einen Hörunterschied für uns Menschen gibt. Unter REC MODE ist zwischen den Aufnahmemodies MULTI FILE und STEREO FILE zu wählen. Bei MULTI FILE ist es möglich, alle (integrierten und externen) Eingänge gleichzeitig aufzunehmen. Bei STEREO FILE dagegen wird immer ein Stereosound erzeugt, wobei hier zwischen den integrierten Mikrofonen und den externen Eingängen zu wählen ist. Wenn allerdings nur ein externes Mikrofon angeschlossen ist, so ist es möglich über die Funktion MONO MIX einen Stereosound zu erzeugen, indem der Eingang dupliziert wird.

Im Vergleich zum H4n, dem Vorgänger Model, besitzt das H5 einen längere Batterielaufzeit, was in der Praxis einen großen Unterschied macht. Zudem verfügt es über Drehrädchen zum Einstellen des Pegels statt Tasten an der Seite und austauschbaren internen Mikrofonen.

Testergebnisse des Equipments sind in unserem Review-Video zu hören. Dabei haben wir sowohl Stimmen, also auch Geräusche (für Sound Design) drinnen und draußen bei Wind aufgenommen. Ein paar Beispiele, wo wir das Equipment in unseren Filmen benutzt haben sind ebenfalls zu sehen. Hier geht’s zum Video: https://youtu.be/8SqSLfDLR7Q

Für uns als Filmemacher ist dieses Equipment ideal und wir lieben es. Es eignet sich besonders gut für Dialog Aufnahmen und Sound Design, weil dabei das Mikrofon auf die Schallquelle gerichtet wird und die Umgebungsgeräusche im Besten Fall gar nicht aufgenommen werden.