#21 – Film Review – The Commuter [3/5]

Runde 2 der Filmreviews startet.

Heute geht es um den Film „The Commuter“ mit Liam Neeson. Michael, der Protagonist, pendelt jeden Tag von seinem Wohnort nach Manhatten zu seiner Arbeit als Versicherungsmakler. An einem Tag wird er mehr oder weniger grundlos gefeuert und das in einem Alter von 60 Jahren. Er traut sich noch nicht, seiner Frau davon zu erzählen und fährt mit dem Zug wieder nach Hause. Eine fremde Frau setzt sich ihm gegenüber und fragt ihn eine hypothetische Frage. Er soll eine Sache tun, die für ihn unbedeutend wäre, für jemand anderen aber große Konsequenzen hat. Dafür würde er 100.000$ bekommen, die er als gefeuerter Familienvater natürlich gut gebrauchen kann. Die Frau steigt bei der nächsten Station aus und nach ein paar Zweifeln lässt sich Michael auf die Sache ein.

Bis auf den Anfang spielt sich der ganze Film im Zug ab. Das empfinden wir aber nicht als störend. Besonders zu Beginn ist der Film sehr unterhaltsam und macht definitiv Spaß zum Anschauen. Wir merken, dass jede Aufnahme präzise ausgewählt wurde und für den weiteren Verlauf wichtig ist. Alles baut aufeinander auf.

Auch merken wir, wie unglaublich atemberaubend jede Aufnahme aussieht. Das sehen wir so nicht in jedem Film. Die Belichtung, die Schärfe, die Komposition stimmt immer. Die Qualität ist einfach so gut, dass wir zu jeder Zeit das Gefühl haben, mittendrin zu sein.

Ein sehr interessanter Charakter ist die Frau, die während des ganzen Films die Aufträge über ein Handy an Michael erteilt. Sie leitet ihn, indem sie ihn erpresst. Zu Beginn macht sie einen noch sehr sympathischen Eindruck, doch der Zuschauer empfindet sie schon bald darauf als mysteriös und einschüchternd. Das macht den Film interessant.

Spannend macht den Film auch, dass man lange nicht weiß, worum es eigentlich bei der Sache geht und welche Hintergründe diese hat. Um diese Spannung aber nicht zu verlieren, wird immer wieder ein kleines Puzzleteil offengelegt. Das macht Lust zum Weiterschauen. Später erfahren wir (ohne jetzt schon zu viel zu Spoilern), dass er ein Beweismittel eines Passagiers im Zug sichern soll, welches das FBI nicht in die Hände bekommen darf.

Außerdem liegt das Interesse beim Zuschauer stark darin zu erfahren, wieso er diese Sache erledigen soll. Das wird langsam immer mehr aufgedeckt, leider aber nie ganz. Daher ist am Ende des Films auch eine gewisse Enttäuschung da, weil wir nie endgültig erfahren, was das Beweismittel denn aussagt.

Ein weiterer Grund, warum der Film bei uns kein Top-Film ist, liegt daran, dass es immer abstrakter wird. Denn die Auftraggeber bekommen alles mit und können alles sehen was passiert. Wir bekommen das Gefühl, dass Ihnen unbegrenzte Ressourcen zur Verfügung stehen, um Michael den Plan ausführen zu lassen.

Dem actionreichen Thriller geben wir 3 von 5 Sternen. Wobei das keinesfalls bedeutet, dass er schlecht ist. Unsere Skala soll einfach sehr hoch gesteckt sein. 3 Sterne bedeutet „Sehenswert” und daher empfehlen wir auch euch, diesen Film anzuschauen.