#19 – Film Review – Unser Planet [5/5]

In Zukunft wird es jede Woche ein „Film Review” über einen Film, eine Serie, eine Dokumentation oder über ein Video geben. Heute starten wir mit einer Doku-Serie.

Vor ein paar Wochen haben wir die Serie „Unser Planet“ auf Netflix entdeckt. Nico und ich waren beide bis dahin keine begeisterten Dokumentationsliebhaber (Nico noch weniger als ich), aber „Unser Planet“ hat uns wirklich begeistert. Die Aufnahmen sind atemberaubend schön, oft aber auch schockierend. Die Aufnahmen und Themen werden von einem Erzähler erklärt, der es gekonnt schafft, Emotionen zu übermitteln. Er spricht dabei die Probleme an, mit denen die Natur zu kämpfen hat und macht doch auch Hoffnung, dass die Natur sich von vielem wieder erholen kann.

Die Serie hat acht Folgen und behandelt in jeder Folge ein anderes Biotop. Die Themen reichen von der Arktis über das Meer bis in den Regenwald. Zusätzlich zu den acht Folgen gibt es noch ein sehr spannendes Behind the Scenes (BTS) über die Drehs, mitsamt Schwierigkeiten und Erfolgen während der Dreharbeiten.

Was uns am meisten gefallen hat war die Qualität der Aufnahmen, die das Team eingefangen hat. Hoch professionell und kein Shot ist verwackelt, hat die falsche Einstellung oder ist unscharf. Und das obwohl es hierbei um eine Dokumentation über Natur und Tiere geht, bei der nicht alles planbar ist. So war es extrem beeindruckend zu sehen, wie z.B. Vögel in der Luft verfolgt und gefilmt wurden, Ameisen im Dschungel eingefangen wurden und eine Walross-Masse auf einer Insel gegeneinander kämpften.

„Unser Planet“ geht stark auf den Klimawandel ein, aber auch auf die Artenvielfalt, das Artensterben und wie sich bereits manche Arten erholen konnten, während andere Arten gleichzeitig aussterben. Das alles thematisiert die Serie, ohne ständig mit der Tür ins Haus zu fallen. Trotz all der ernsthaften Themen bringt die Serie auch immer wieder Witz in die Aufnahmen.

In dem BTS wird gezeigt, welchen Strapazen sich die verschiedenen Filmteams ausgesetzt haben, um diese atemberaubenden Aufnahmen einfangen zu können. Bei einer nächtlichen Haijagd, bei der gut mehrere dutzend Haie in einem riesigen Schwarm jagen waren, haben sich die Kameramänner, ausgerüstet mit ganzkörper Kettenhemden und riesigen Scheinwerfern, mitten in den jagenden Schwarm der Haie gestürzt. Dabei konnten sie Aufnahmen einfangen, bei denen der Zuschauer das Gefühl hat, selber mitten unter den Haien zu sein.

Um ein paar wenige Aufnahmen der seltenen sibirischen Tiger zu bekommen, haben sie Kamerafallen im Wald auf einem Gebiet von vielen Quadratkilometern aufgestellt. Zusätzlich dazu gab es zwei, je 2 Quadratmeter kleine Hütten, in denen je ein Kameramann monatelang mitten in diesem Wald gelebt und gewartet hat, um den sibirischen Tiger für einen kurzen Moment vor die Linse zu bekommen.

Das Filmteam aus dem Dschungel hat berichtet, dass das Verhältnis zwischen Kameraaufbau und Dreh 30:1 war. Das heißt, sie haben 30 Mal die Kamera aufgebaut, nur um ein Mal tatsächlich drehen zu können, weil sie die anderen Male leider zu langsam waren und der Moment, den sie einfangen wollten, bereits wieder verstrichen war.

Ein anderes Filmteam wollte Eisbären beim Fischen filmen, was nur in einer bestimmten Jahreszeit an einem Ort stattfindet. Aufgrund von starkem Regen sind die Fische in diesem Jahr allerdings zu früh weitergeschwommen und die Eisbären gingen leer aus. Das Filmteam verbrachte daher umsonst die Zeit im Regen und kehrte ohne Filmmaterial wieder zurück.

Für all die Aufnahmen haben sie dabei mit diversen Kameras gedreht. Im BTS konnten wir sehen, dass einige Red Kameras im Einsatz waren, sowie die DJI Inspire 2 für die Drohnenaufnahmen. Wenn die Drohne dann mal nicht ausgereicht hat, musste ein Helikopter her. Für die Kamerafallen haben sie sogar Spiegelreflexkameras genutzt und in anderen Aufnahmen waren noch diverse Cinemacameras, z.B. von Sony, im Einsatz.

Sowohl das Storytelling, als auch die Qualität der Serie haben uns überzeugt. „Unser Planet“ hat gekonnt intime und seltene Aufnahmen einfangen und damit uns, den Zuschauer, in die Tier- und Pflanzenwelt unseres Planeten entführen können.

Daher geben wir der Serie 5 von 5 Sternen.